Täterarbeit
Arbeit mit gewalttätigen und sexuell missbrauchenden Männern und männlichen JugendlichenZielgruppe
Männer/Burschen- die gewalttätig gegen ihre Partnerin oder andere Personen geworden sind
- die sexuellen Missbrauch an einem Kind begangen haben.
Die Männer/Burschen kommen freiwillig, eingeschränkt freiwillig (bei Druck durch Jugendwohlfahrt, Pflegschaftsgericht, Wegweisung) oder mit einer Weisung im Rahmen eines strafrechtlichen Verfahrens (z.B. bedingte Entlassung)
Ziele / Inhalte
Die Arbeit mit gewalttätigen und sexuell missbrauchenden Männern dient dem Opferschutz und hat die Beendigung der körperlichen und sexualisierten Gewalt zum Ziel. Weitere Gewalttaten sollen verhindert und die Sicherheit von Frauen und Kindern gewährleistet werden.Die Männer werden mit ihrem gewalttätigen und übergriffigen Verhalten konfrontiert und lernen ihre Leugnungs- und Rechtfertigungsstrategien aufzugeben und Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen. Sensibilisierung für eigene Erregungszustände, differenzierte Selbst- und Fremdwahrnehmung und Entwicklung von Einfühlungsvermögen in das Opfer sind weitere Lernziele. Durch die Aufarbeitung der individuellen Geschichte gewalttätigen Verhaltens, die Erweiterung selbstbewussten und verantwortungsvollen Handelns und das Training sozialer Fähigkeiten soll eine langfristige Stabilisierung des gewaltfreien Verhaltens erreicht werden. Strategien zur gewaltfreien Bewältigung von Konflikten sowie das Erstellen von Sicherheitsplänen tragen zur Rückfallprävention und zum Schutz des Opfers bei.
Rahmenbedingungen
Grundvoraussetzung ist, dass die Männer/ Burschen eine gewisse Eigenmotivation und Bereitschaft mitbringen, sich mit ihrer Gewalttätigkeit auseinander zu setzen. Die Männer verpflichten sich, regelmäßig am Programm teilzunehmen und aktiv mitzuarbeiten. Sie erklären sich einverstanden, dass die Mitarbeiter der Männerberatung in die Strafakte Einsicht nehmen und Informationen von übermittelnden Stellen (Gericht, Jugendwohlfahrt, Opferschutzeinrichtungen), anderen Helfern und Opfern einholen. Bei Programmende und bei vorzeitigem Abbruch werden die überweisenden Stellen und die Opfer informiert.Zur Evaluierung werden Begleituntersuchungen in Form von Fragebögen durchgeführt.
Dauer
Bei Gewalt 1 Jahr (14-tägig), bei sexueller Gewalt an Kindern 1½ Jahre (wöchentlich)
Kosten
Kostenbeiträge der Klienten je nach Einkommen, während einer Haft durch die Justizanstalt
Ablauf
- Erstgespräch
- Clearingphase
Mehrere orientierende Einzelgespräche, um die Bereitschaft und Eignung für das Täterprogramm abzuklären und die Eigenmotivation zu stärken - Abschluss einer Vereinbarung
Schriftliche Vereinbarung mit dem Gewalttäter über die Rahmenbedingungen der Teilnahme. - Einzel- oder Gruppenarbeit
Wir entscheiden gemeinsam mit dem Teilnehmer, ob eine Teilnahme an einem Gruppenprogramm sinnvoll ist oder der Mann das Programm einzeln absolvieren wird. - Nachbetreuung
Regelmäßige Follow-up-Termine dienen der Rückfallprävention.
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